Die Mehrzahl der Verbraucher wünschen sich Öko-Lebensmittel aus heimischer Erzeugung. Das bestätigt eine aktuelle Marktforschungsstudie im Auftrag des DBV.
Ökolandbau

Verbraucher erwarten bei Bio deutsche Herkunft!

Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland kaufen Bio – und sie wollen dabei vor allem eines: Öko-Lebensmittel aus heimischer Erzeugung. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Bilendi-Marktforschungsstudie mit über 2.000 Verbrauchern im Auftrag des DBV. Entsprechend der Studie bevorzugen 74 Prozent der Bio-Käuferinnen und -Käufer Bio-Produkte aus Deutschland. Allgemein bevorzugen 14 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben immer Bio, weitere 24 Prozent meistens, 43 Prozent manchmal. In Summe finden sich damit bei über 80 Prozent der Verbraucher zumindest gelegentlich Bio-Lebensmittel im Einkaufswagen. Bio ist längst in der Breite angekommen, das bestätigt die Befragung und spiegelt sich in immer breiteren Bio-Sortimenten im Lebensmittelhandel und Drogeriemärkten wider.

Preiseinstiegssortiment punktet

Besonders hoch ist die Käuferreichweite von Bio-Produkten im Preiseinstiegssortimenten: 59 Prozent der Konsumenten greifen vor allem bei Grundnahrungsmitteln wie Milch, Eiern, Kartoffeln oder Gemüse zu.  Bei den jüngeren Zielgruppen der unter 30-Jährigen beschränken sich 73 Prozent auf preisgünstige Bio-Grundsortimente. 37 Prozent der Bio-Käufer kaufen aber auch höherpreisige Bio-Produkte. Höherwertige Bio-Warensortimente funktionieren also bei einem Drittel der Bevölkerung und dieser Wert steigt bei hohen Haushaltseinkommen sogar auf 48 Prozent! Bio hat offenbar Mehrwertpotenzial für die Premiumsortimente.

Heimische Herkunft ist zentrales Kaufkriterium für Bio-Lebensmittel

Für die große Mehrheit der Bio-Käufer ist bei weitem nicht allein die Öko-Qualität entscheidend: Die heimische Herkunft erweist sich als zentrales Kaufkriterium für Bio-Lebensmittel. 74 Prozent der Bio-Käufer geben an, Bio-Produkte aus Deutschland gegenüber Bio-Produkten aus anderen Ländern zu bevorzugen. Fehlen Bio-Angebote aus Deutschland, greifen 73 Prozent der Bio-Käufer sogar eher zu regionalen konventionellen Angebote als zu Bio-Importware. Damit wird nach Ansicht des DBV klar: Bio und Herkunft gehören für viele Verbraucher ganz selbstverständlich zusammen. 

Deutsche Erzeuger profitieren nicht vom Bio-Marktwachstum …

Umso bedauerlicher ist es, dass das erfreuliche Bio-Marktwachstum des letzten Jahres und auch des ersten Quartal 2026 von über 6 % (Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH AMI), weitgehend an den deutschen Erzeugern vorbeiläuft. Die Bio-Anbauflächen und die Bio-Tierhaltungszahlen haben sich in den letzten Jahren kaum mehr bewegt. Bereits im dritten Jahr hintereinander betrug das deutsche Bio-Flächenwachstum 2025 laut AMI nur noch1 %; die Zahl der Bio-Betriebe sank 2025 sogar leicht, die Zahl der Öko-Rinderhalter und Milchviehbetriebe um gut 400 Betriebe infolge verschärfter Weidevorgaben aus Brüssel sogar deutlich. 

… sondern Bio-Rohstoffimporte

Stattdessen wachsen, wie die AMI berichtet, die Bio-Rohstoffimporte. Der klare Wunsch der Verbraucher und Verbraucherinnen nach Bio aus Deutschland steht damit im klaren Gegensatz zur Angebotsentwicklung. Mit diesem Marktversagen lässt der deutsche Lebensmittelhandel im Bio-Segment Wertschöpfungspotenziale ungenutzt liegen. „Das darf nicht so bleiben!“ fordert DBV-Präsident Rukwied und sieht eine ungenutzte Win-Win-Situation zwischen deutscher Bio-Erzeugung und Handel. „Die klare Präferenz für heimische Bio-Lebensmittel, insbesondere bei kaufkräftigen Verbrauchergruppen, eröffnet unserer deutschen Landwirtschaft gute Marktperspektiven, denn Bio aus Deutschland bietet dem Lebensmitteleinzelhandel die Chance, qualitätsbewusste Kundinnen und Kunden langfristig an sich zu binden. Wer das sichtbar und verlässlich ins Regal bringt, hebt sich im Wettbewerb klar ab”, ist Rukwied überzeugt.

Quellen Konsumentenpräferenzen
  1. DBV April 2026:  Konsumenten-Präferenz für Bio und Herkunft aus Deutschland, repräsentative Bilendi-Online-Umfrage im Auftrag des DBV, April 2026
  2. Quellen Marktwachstum, steigende Importe und ausbleibende Öko-Umstellung:
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